WordPress Themes (Folge 1): Die Qual der Wahl

WordPress ist weltweit das beliebteste Content Management System (CMS). So ist es nicht verwunderlich, dass buchstäblich tausende WordPress Themes (Motive) angeboten werden. WordPress selbst stellt über 2500 kostenlose Themes zur Verfügung. Und im Internet wird eine schier unüberschaubare Zahl von Themes angeboten.

Die gibt es kostenlos, wie die von WordPress angebotenen, oder zu kaufen. Bei den meisten kostenpflichtigen Angeboten, gilt die Lizenz für eine WordPressinstallation. Man benötigt also für jede Internetdomain eine eigene Lizenz für das Theme. Bei ein paar wenigen Anbietern hingegen kann man das gekaufte Theme auf beliebig vielen Domains einsetzen.

Die beiden bekanntesten Vertreter dieses Modells habe ich ausgiebig getestet.

Elegant Themes

Elegant Themes stellt 87 Themes zur Auswahl. Diese werden nicht einzeln angeboten, sondern nur komplett. Dafür ist der Preis unschlagbar. Die Standardlizenz (Personal) kostet 69$ für ein Jahr (Stand 2014). Dafür lassen sich alle Themes beliebig oft verwenden, auch nach Ablauf des Jahres, wenn man die Mitgliedschaft nicht verlängern möchte. Danach gibt es allerdings keine Updates mehr.

Themify.me

Bei Themify.me werden Themes auch einzeln angeboten. Man wählt eines aus und bekommt ein weiteres kostenlos dazu. So bekommt man zwei Themes für 49$ (Stand 2014). Themify.me hat 42 Themes im Programm und bietet diese komplett für 79$ pro Jahr an. Auch hier lassen sich die Themes beliebig oft einsetzen, auch nach Ende der Mitgliedschaft.

Responsive Design

Beide Anbieter zeigen moderne Layouts, ein Großteil davon in Responsive-Design, die sich in der Ansicht dem jeweiligen Endgerät anpassen. Design ist natürlich immer auch Geschmackssache und für meinen Geschmack wirken die Arbeiten von Elegant Themes, frischer und moderner, insgesamt lockerer. Zumindest auf den ersten Blick. Was mir an vielen modernen Designs nicht so gefällt, ist, dass die Themes oft riesige Schriften und Zeilenabstände verwenden und zwischen den einzelnen Modulen große Freiräume stehen. Aber auch das ist eben Geschmackssache.

Und nicht immer ist es ratsam, sämtliche technischen Raffinessen und Slider zu benutzen, die ein Theme zur Verfügung stellt. Nicht jeder Internetnutzer hat eine schnelle Verbindung zur Verfügung und auch die Übertragungsrate für Tablets und Smartphones, lässt oft zu wünschen übrig. Da empfiehlt es sich, die Ladezeiten so kurz wie möglich zu halten, nicht zuletzt auch im Hinblick auf Suchmaschinen, aber das ist ein anderes Thema.

Hinter den Kulissen

Nun ist das, was der Besucher der Site sieht – das Front-End – eine Sache, eine Andere dagegen kann man bei kaum einem Anbieter vor dem Kauf sehen, geschweige denn testen: Das sogenannte Backend. Die Arbeitsfläche praktisch. Welche Möglichkeiten bietet ein Theme für den Anwender und wie einfach lässt es sich handhaben? Und da unterscheiden sich die beiden Anbieter.

Elegant Themes hat etliche wichtige Einstellmöglichkeiten, wie Wahl der Schriftart und -Farbe, diverse Designeinstellungen u.s.w. man kann festlegen, ob ein Beitragsbild angezeigt werden soll und je nach Theme, kann man die Anzahl der angezeigten Spalten wählen. Außerdem bietet das Elegant Back-End schon etliche SEO Einstellungen, wofür man bei Themify ein Plugin benötigt. Aber schon bei der Änderung der Schriftgröße oder des Zeilenabstandes ist Schluss. Von der Einstellung der Abstände von Texten oder Bildern ganz zu schweigen und wie groß das Beitragsbild sein soll, kann man ebenfalls nicht beeinflussen. Wobei das eben Gesagte so nicht ganz stimmt. Nahezu alle Einstellungen werden über CSS Codes bestimmt.

Das heißt: Natürlich könnte man das komplette Aussehen der Seite, auch Schriftgröße, Abstände, Bildgrößen und noch vieles mehr, selbst über CSS festlegen. Nur, nicht jeder beherrscht das und vor allem, wenn ich es auch einfacher haben kann, brauche ich mich darum nicht zu kümmern. Tatsächlich bietet sowohl Elegant Themes, wie auch von Themify.me, die Möglichkeit, eigenen CSS-Code einzutragen. Hier sollte man aber schon einigermaßen wissen, was man tut. Wie bei allen Themes gilt auch hier: Keine Modifikation im Original CSS Code. Ein Update überschreibt diesen nämlich und man müsste das dann nach jedem Update nochmal machen.

Themify.me hat mit 42 Themes nur halb so viel Auswahl. Die Designs wirken etwas konservativer. Was jedoch echt überzeugt, ist das Backend. Hier kann sich der Anwender regelrecht austoben. Es lässt sich so gut wie alles einstellen und ändern. Und das nicht nur für das gesamte Theme, sondern auch für jede Seite einzeln. Und da liegt natürlich auch die Gefahr, das Design gänzlich aus den Angeln zu heben, nicht jeder ist schließlich gelernter Designer. Und hier liegt vermutlich auch der Ansatz der Elegant Themes Macher. Sie setzen voraus, dass die angebotenen Themes fertig sind, „out of the box“ sozusagen. Das stimmt natürlich und auch die Themes von Themify.me kann man direkt so einsetzen, wie sie sind. Trotzdem habe ich es noch nie geschafft, ein Theme ganz genau so zu übernehmen. Irgendwas gibt’s dann doch noch anzupassen und zu ändern.

Hilfsmittel

Beide Anbieter stellen so genannte Page Builder zur Verfügung. Damit kann auch ein Laie Webseiten nach eigenen Vorstellungen gestalten. Das funktioniert im Prinzip über Module, die sich beliebig einsetzen, platzieren und verschieben lassen. Bei Elegant Themes ist das Builder-Plugin im Preis enthalten. Bei Themify.me kann man den Themify-Builder separat kaufen (49$), bestellt man jedoch die Jahresmitgliedschaft, ist der Builder auch hier im Preis enthalten.

In der Handhabung unterscheiden sich die beiden Builder nicht. Beide stellen Module zur Verfügung, die sich dann frei anordnen lassen. So gibt es Module für Text, Bilder, Preistabellen, Listen, Slogans und Module zum beliebigen einsetzen der WordPress-Widgets. Das Theme DIVI von Elegant Themes, wird nahezu ausschließlich aus derartigen Modulen erstellt. Hier gibt es dann komplette Vorlagen für diverse Seitenlayouts, vom Blog bis hin zu Landingpages.

Mit den Page Buildern lassen sich auch ohne CSS-Kenntnisse sehenswerte Ergebnisse erzielen, Seiten eben, die aus der grauen Masse herausstechen. Übertreiben sollte man es dabei aber nicht, schließlich ist das Design ja nicht Selbstzweck, sondern soll Information transportieren.

Die meisten meiner Websites, so auch diese, habe ich mit Themify realisiert unter sparsamer Verwendung des Themify Builders. Aber wie schon gesagt: das ist Geschmackssache. Aus eigener Erfahrung sage ich, sollte man sich nicht über Gebühr mit dem Design aufhalten. Man kann damit sehr leicht Tage zubringen und ob’s dann immer besser wird? Letztlich kommt es auf den Inhalt an. Investiere die Zeit lieber in ordentlichen Inhalt.

Das ist der erste Teil einer Serie über WordPress-Themes.

Gern darfst du unten deine Meinung eintragen, Kommentare sind willkommen.

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